Angebote – Seminare

Unsere Kultur formt uns als Menschen. Wir profitieren  von ihrem großen Reichtum, der ein Fundament unserer persönlichen Entwicklung bildet. Aber wir übernehmen auch Problematisches, wenn wir uns blindlings dieser „Formung“ (= Erziehung, Sozialisation) gemäß verhalten.

Finden wir zu unseren eigenen Antworten, können wir auf die Qualität unseres persönlichen Lebens mehr Einfluss nehmen. Diese Eigenverantwortung wirkt auf die Qualität der Gesellschaft zurück.

In den hier angebotenen Selbsterfahrungsseminaren können Möglichkeiten entwickelt werden, mehr in die eigene Kraft zu kommen, bisher unbekannte Stärken zu entdecken, für sich selbst einzutreten und für ein gutes Leben mit Anderen wirksam zu werden.

Viele Kolleg*innen bieten in verschiedenen Vereinen und Methoden Seminare und Seminarreihen zur Selbsterfahrung an. Dieses reichhaltige Angebot bietet die Chance, sich als Interessent*in den methodischen Zugang auszusuchen, der zu Ihnen passt.

Meine Seminare sind vorrangig geprägt von der „Integrativen Gestalttherapie“.  Impulse aus Weiterbildungen in anderen methodischen Ausrichtungen, Kooperationen und Intervisionen mit Kolleg*Innen fließen ein.

Die hier vorgestellten  Seminare finden teilweise auf dem freien Markt statt und tragen auch zu meinem Lebensunterhalt bei. Um aus finanziellen Gründen niemand auszuschließen, kann bei Bedarf ein Sozialtarif gewährt werden. Auf Anfrage kann ich Seminare auch in  Institutionen durchführen.

Brücken ins Unbekannte finden

Winkelschatten im Wasser

Nahezu alle Menschen haben im Laufe ihrer Lebensgeschichte  „Innere Spannungsgebiete“ entwickelt, weil es  für das seelische Gleichgewicht innerhalb der Familie notwendig war. Und weil es als Bedingung erfahren wurde für die Zugehörigkeit innerhalb größerer Gemeinschaften – Nachbarschaft, Freundeskreis, Schule, Beruf/Karriere, Vereine. Gewisse Seiten der eigenen Person wurden somit als riskant erlebt und daher verborgen.

Schattenportrait auf WasserAuch wenn es Jahre später scheinbar nicht mehr notwendig scheint, können diese Bereiche noch immer als „Schattenseiten“-  als unangenehm, fremd, peinlich, minderwertig, belastend oder auch beängstigend erlebt werden. Dieser Vorgang betrifft jeden Menschen persönlich, und er ist gleichzeitig ein kollektives Phänomen, dort wo es kulturelle Normen und Tabus sind, die in der Öffentlichkeit, in Institutionen, in den Medien nahegelegt werden.

Gerade im „Schatten“, im noch „Unbekannten“ können Fähigkeiten schlummern, die uns fröhlicher, lustvoller, kraftvoller, mutiger sein lassen.

Schnecken

Gegen ein kollektives Tabu lebendig zu bleiben, wenn es eigenen Wesenszügen oder Werten  widerspricht, ist deutlich schwerer, wenn die Person mit dem sozialen Druck einer ganzen Gesellschaft allein bleibt. Das sogenannte „falsche Selbst“  wird noch verstärkt, wenn Seminare oder Trainings „Selbstoptimierung“ im Sinne kultureller Normen betreiben: Wie bleibe ich zB. „zielorientiert“, „offensiv“, „positiv“ und wie verberge ich am besten vermeintliche Schwächen, wie Langsamkeit, Ängste, innere Widerstände, um auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu sein? Erst wenn wir alle Seiten in uns würdigen und sie als Teil unseres Wesens annehmen, können wir in fundamentaler Weise von innen heraus „offensiv“ werden, wenn wir das für richtig halten.

im Spiegel

In den Angeboten dieser Seite finden sich verschiedene thematische Pfade zur Rückeroberung unfreiwillig abgelegter Gefühle und Denkweisen. Und zur Entdeckung und Entwicklung bisher nicht gelebter innerer und äußerer Stärke. Das Seminar „Kopfoben scheitern“ stellt in besonderer Weise die Verbindung her zwischen dem privaten Erleben und einer Antwort auch im Politischen; gescheiterte Bewerbungen sind nicht mehr nur ein privates Thema; sie hängen auch mit wirtschaftspolitischen Entscheidungen zusammen.

Scheitern mit erhobenem Haupt

Nicht  „Selbstoptimierung“ ist das Ziel  – als ein äußerlich antrainiertes und aufgesetztes „Gut drauf Sein“, um den persönlichen Marktwert zu steigern.  Selbsterfahrung bedeutet Selbstentdeckung – als ein Wertschätzen und Annehmen meiner ganzen Person und ihrer Lebensimpulse – wie sie auch immer sein mögen. Dadurch entwickeln sich Authentizität und kreativer „Eigensinn“, mit denen ich die Gesellschaft in der ich lebe, aktiv in eigenen Sinn mitgestalte: im Beruf, in der Familie, in meinem sonstigen sozialen/politischen Leben.  Wenn ich weniger in Spannung zu mir selbst stehe,  kann ich eigenverantwortlicher, freier und gleichzeitig realitätsbezogener entscheiden, wie und wo  ich meine Lebenskraft einsetze, meine Lebenslust lebe.

Grünbach